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Children of Silentown: Gruseliges Point & Click7 min Lesezeit

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Point and Click Adventure hatten es in letzter Zeit nicht zwingend einfach, da sie stark von den anderen Genres übertönt wurden. Elf Games und Luna2 Studios haben sich aber nicht entmutigen lassen und mit Children of Silentown ein wahres Meisterwerk an Emotionen und herzigen Figuren auf den Bildschirm gebracht. Unser Test zum Spiel, welches mit gefühlsechter Nähe am Menschen brilliert.

Ein einsames Dörfchen im Wald – Erste Eindrücke

Wenig wird in anderen Städten von dem kleinen Dörfchen Silentown erzählt, das mitten im Wald Schutz für einige Bewohner gibt. Tagsüber ist alles ziemlich normal. Die Kinder spielen auf den Straßen, aus der Backstube strömt der wunderbare Geruch von frisch gebackenem Brot, der Bauer sitzt am Bach zum Angeln und der Schreiner bearbeitet das Holz für ein weiteres Kästchen. Nachts jedoch darf niemand vor die Tür gehen. Die Regeln sind streng, denn der Wald erwacht zum Leben. Und dort, wo bei Sonnenschein noch der Ball durch die Gegend flog, breiten sich nun mysteriöse Schatten aus.

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Children of Silentown findet in düsterer Umgebung statt.

Viel weiß man nicht über diese Monster. Aber das ist ein Geheimnis für später. Wir springen nämlich direkt in die Rolle von Lucy, einem neugierigen Kind aus dem Dorf. Wir werden von unseren Tagträumen durch einen Ball geweckt, den wir direkt an Blue zurückgeben. Bei einem klassischen Point and Click Adventure gibt es nicht viel zu lernen, da sich das Genre spieltechnisch mit dem Namen selbst erklärt, aber ist hier ein kleines Tutorial versteckt, ohne, dass man es zu arg merkt.

Wir gehen mit Blue mit zum Spielen und bemerken, wie es langsam Abend wird. Unsere Mutter kommt uns abholen und wir müssen beim Kochen des Abendbrotes helfen. So wie das Haus selbst aufgebaut ist, so ist es auch im weiteren Spielverlauf: Überall gibt es etwas zu entdecken und anzuklicken. Manches wird in unser niemals voll werdendes Inventar verfrachtet, bei anderen Dingen erzählt uns Lucy ein wenig dazu.

Tagebuch, Rätsel und Sticker – Gameplay

Wer mit allem interagiert, wird früher oder später darauf kommen, dass es ein paar Dinge gibt, die in unser Tagebuch aufgenommen werden. Einerseits sind dies Sticker, deren Nutzen lediglich darin liegt, das Sammlerherz zu erfreuen. Ein jedes dieser hat auch ein paar Zeilen dabei, die die Geschichte ein wenig erweitert oder einfache Trivia zum normalen Dorfleben erzählt.

Das Zweite, dass wir sammeln können, sind Noten. Schon am Anfang im Haus finden wir die erste Note für eines unserer Lieder, die später essenziell zum Spielverlauf beitragen. Großartig versteckt sind diese nicht, wenn man ein offenes Auge und Neugierde besitzt.

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Minispiele lockern das Gameplay in Children of Silentown auf.

Das erste Lied ermöglicht uns, mit Charakteren auf eine ganz besondere Art zu interagieren. Das „Lied der Kinder“ offenbart wahre und innige Gedanken. Bei manchen ist es das, was sie auch gesagt haben. Während eine Angst um ihr Kätzchen hat, da sie sich ausgesperrt hat, zeigen die Gedanken ein Bild von hungernden Miezen. Bei anderen wiederum ist es ein wenig verworren, genauer gesagt der Gedanke zerrissen. Über ein kleines Minispiel, bei dem wir einen Faden durch Knopflöcher fädeln müssen, ohne unseren eigenen Faden zu kreuzen, gelingt es uns diese Gedanken zu reparieren. Dadurch werden dann weitere Reaktionen dieser Personen freigeschaltet.

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Wer schon öfter ein Spiel dieses Genres in der Hand hatte, wird sich gleich vertraut mit den Rätseln fühlen. Anders als bei zum Beispiel Toon Struck oder Simon the Sorcerer müssen wir keine total hirnverdrehten Kombinationen lösen, auf die kein normaler Mensch kommen würde, sondern jede Interaktion unserer Gegenstände mit der Umwelt hat einen Sinn.

Kurzer Einblick in die Geschichte von Children of Silentown

Lucy ist leider von Albträumen geplagt und sieht immer wieder, wenn sie schläft, grausame Gestalten und verloren gegangene Kinder aus dem Dorf. Die Nacht verlangt ihren Zoll und beunruhigt jeden im Dorf. Bedauerlicherweise kann nicht viel dagegen getan werden und der Wald ist für Kinder eine absolute Tabuzone. Denn wer hineingeht, kommt oftmals nicht wieder zurück.

Immer wieder verschwinden weitere Kinder in die Dunkelheit der Bäume. Deshalb beschließen die Dorfbewohner, ein strenges Ausgehverbot nach Sonneneinbruch zu verhängen. Auch kann man wilde und fremde Tiere in der Nacht hören, die Lucy nicht lange schlafen lassen.

Am Abend nach dem Herbstfest finden wir uns mit unserer Mutter in der Küche wieder, wie jeden Abend, und singen gemeinsam. Nach kurzem Geplauder fällt ihr ein, dass sie noch den Korb zu einer Freundin zurückbringen muss. Vater ist gerade unten im Keller und wir setzen uns vor das warme Feuer des Kamins. Nach einer Weile kommt unser Vater hoch und freut sich auf das Abendessen. Doch er findet nur uns vor. Als wir ihm erklären, wo Mama ist, realisieren wir gemeinsam, dass es schon lange dunkel geworden ist.

In Schock gehüllt rennt Papa nach draußen in der Hoffnung Mama zu finden und wir laufen ihm direkt hinterher. Leider sind wir noch zu klein, um mitzuhalten und bleiben auf halbem Weg stehen, als eine große, weiße Gestalt sich vor uns aufbäumt. Was genau es ist, ist unbeschreiblich. Doch war dies der letzte Abend, an dem wir unsere Mutter gesehen haben. Ab hier beginnen wir, Nachforschungen anzustellen. Wir finden auch Antworten, aber zu welchem Preis?

Wertung
  • 93%
    Grafik - 93%
  • 89%
    Atmosphäre - 89%
  • 90%
    Spannung - 90%
  • 78%
    Steuerung - 78%
  • 80%
    Technik - 80%
86%

Fazit

Wer sich in eine wundervolle und gleichzeitig gespenstische Welt entführen lassen will, sollte sich Children of Silentown zulegen.

Tim Burton wäre Stolz auf Luna 2 Studios und Elf Games. In 8 bis 10 Stunden kann man einige Geheimnisse erfahren, die nichts für schwache Nerven sind. Erschienen ist es am 11. Januar auf Steam, Nintendo Switch, Playstation 4 und 5 sowie Xbox One und Xbox Series S|X.

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