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Little Nightmares 2: Gruselspaß im Test4 min Lesezeit

Mit Little Nightmares 2 geht das Horrorspiel aus dem Hause Bandai Namco in die nächste Runde. Die im ersten Teil liebgewonnene Figur Six steht uns jetzt nur noch als Begleiterin zur Verfügung. Denn der neue, geheimnissevolle Protagonist heißt Mono. Wie sich das neue Traumduo im Test macht, erfahrt ihr im folgenden Text.

Ein schöner Albtraum

Wer den ersten Teil der Serie kennt, weiß wohl um die atmosphärische Wirkung von Little Nightmares. Hier knüpfen die Entwickler weiter an und lassen uns mit neuen Gegnerdesigns und einer überarbeiteten Optik noch tiefer ins Spiel eintauchen. Die Steuerung ist gewohnt eingängig, wenn auch für Neulinge ungewohnt. Wir spielten die PS4-Version auf der PS5 in unserem Test.

Dort vermissen wir zwar die 60 fps-Unterstützung, ein ordentliches HDR kann in Punkto Optik aber einiges aufwerten. Das Spiel läuft dynamisch und ohne Framerate-Einbrüche. Gerade auf dem DualSense Controller der Playstation 5 fühlt sich das Gameplay sehr angenehm an. Pulsierende Herzschläge, wenn wir die Luft anhalten, fühlen sich anders an, als wenn wir von einer Falle erfasst werden. Die musikalische Untermalung ist nicht aufdringlich. Sie schwingt leicht mit und setzt Spannungsspitzen an den richtigen Stellen. Dramaturgisch wechseln sich beispielsweise laute Verfolgungsjagden durch einen eindringlichen Schuss mit plötzlicher Stille ab.Little_Nightmares_2_Screenshot_1

Technisch kann Little Nightmares 2 sehr viel. Es gibt kaum Bugs, alles läuft flüssig und die Rätsel funktionieren ohne Probleme. Einzig die Kamera verfolgt uns stellenweise ziemlich wackelig, was nicht gewollt scheint.

Treue Begleiterin oder Mittel zum Zweck?

Durch das Spiel hinweg hätten wir uns mehr Interaktion zwischen Six und Mono gewünscht. Zwar helfen sich beide brav über verschiedene Hindernisse. Etwas mehr Emotionen zwischen beiden oder eine Art Freundschaft hätte der Atmosphäre aber sicherlich gut getan. Die reine Zusammenarbeit zwischen beiden ist jedoch gut dosiert. Wir können das Spiel zu vielen Teilen gut alleine Meistern und sind nicht auf nervige Helfer angewiesen. Vielmehr erweitert Six das Gameplay, um ein paar neue Arten Hindernisse oder Rätsel in das Spiel zu integrieren.

Durch die verschiedenen Rätsel kommt auch die notwendige Abwechslung. Denn nur hinter Gegnern schleichen oder von ihnen wegrennen wäre auf Dauer doch zu monoton. Die gewählten Rätsel erfordern keine gedanklichen Meisterleistungen. Allerdings brauchen wir je nach Stelle eine Menge Fehlversuche, um den richtigen Weg herauszufinden. Da wir jedes Mal am letzten Checkpoint nach kurzer Ladezeit starten, kann dieses Trial and Error-Prinzip schnell frustrierend werden.

Auch wenn die Spielzeit mit knapp sechs Stunden nicht gerade lang ist, ist das Spiel doch stellenweise unnötig in die Länge gezogen. Lange Sequenzen, in denen wir nur Zuschauen können oder nicht enden wollende Schleichpassagen entschleunigen Little Nightmares 2 unnötig. Das merkt man auch an überflüssig komplizierten Wegen, wobei der Großteil des Leveldesigns doch sehr clever umgesetzt ist.

Mit Trial and Error zum Erfolg?

Zwar gibt es ein paar nervige Trial and Error-Passagen im Spiel. Die meisten Wege kann man sich jedoch ganz gut bahnen und erhält hin und wieder hilfreiche Tipps vom Spiel. Das ist sinnvoll und auch nicht zu aufdringlich. Verpasste Chance: Hier hätte sich unsere Begleiterin Six etwas mehr einbringen und helfen können.Little_Nightmares_2_Screenshot_2

Da hinter jeder Ecke eine neue Gefahr lauert, bleibt das Spiel bis auf wenige Ausnahmen auf einem Niveau spannend. Wir werden wie schon im ersten Teil mit Kindheitsängsten und Albträumen konfrontiert. Das Spiel setzt dafür statt auf knallharte Action eher auf die Kraft unserer Gedanken. Das heißt, indem wir das Gezeigte beim Spielen verarbeiten, entsteht die eigentliche Atmosphäre. So wie es bei einem Horrorspiel sein soll. Vor Angst unter die Bettdecke kriechen muss man bei Little Nightmares aber wohl kaum.

Auch eine nette Abwechslung: Fallen. Wenn wir nicht ständig unsere Augen offen halten, geraten wir schnell in eine kaum vorhersehbare Falle. Diese sind clever umgesetzt und geben dem Spiel einen weiteren spannenden Reiz. So handelt es sich hier nicht um einen einfachen Horror Jump and Run Titel. Wir müssen ständig mitdenken und unsere Denkkraft wird permanent gefordert.

Wertung
  • 82%
    Grafik - 82%
  • 87%
    Atmosphäre - 87%
  • 82%
    Spannung - 82%
  • 84%
    Steuerung - 84%
  • 85%
    Technik - 85%
84%

Fazit

Little Nightmares 2 ist der würdige Nachfolger des ersten Teils. Einige Dinge wurden verbessert und es ist insgesamt ein rundes Ergebnis.

Die kurze Spielzeit ist schade und wir hoffen wenigstens auf zusätzliche DLC wie beim ersten Teil. Durch die technisch perfekte Umsetzung kann das Spiel einfach von manchen weniger schönen Umständen ablenken. So hätten wir uns mehr Interaktion mit unserer Begleiterin gewünscht und weniger Trial and Error-Passagen.

Das gesamte Spiel besitzt einen konsequenten roten Faden. Wir finden uns schnell zurecht und fühlen uns durch die tolle Atmosphäre gleich zu Hause.

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