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Source of Madness: Der clevere Wahnsinn im Test6 min Lesezeit

Beim neuesten Early-Access Spiel von Carry Castle, den Machern von „Say NO! more“ und „Steam World Quest – Hand of Gilgamech“, dürfte wohl ein kleines Fable für Lovecraftian Horror nicht auszuschließen sein. Gleich am Anfang wird man mit einem kleinen Infofenster begrüßt, welches einem die zweite Inspirationsquelle präsentiert – nämlich Diablo 2 – und welche Besonderheiten uns in Source of Madness erwarten.

Der Anfang des Abstiegs

„Source of Madness“ gehört in die Kategorie der Rogue-likes. Man sollte also nicht zu viel aus seinem aktuellen Charakter machen, da dieser in der nahezu endlosen Weite der verschiedenen Level vermutlich nicht lange überleben wird. Auch bleibt uns am Anfang nicht viel Auswahl, was die Charaktererstellung betrifft. Denn wir haben lediglich einen Charakter zur Verfügung. Wir werden gleich in das Tutorial geworfen, welches sich als Prolog tarnt. Draußen vor der Tür bekommen wir schon den Einblick in die Welt und was uns erwartet. Eine große Bestie, die mehr Tentakel als Körper hat, begrüßt uns und wir flüchten in die Kanalisation. Dort, wo die anderen auch sind.

Jenen wie uns, die nicht vom Wahnsinn zerfressen sind, wird der Einlass in den Turm des Wissens gewährt. Dies ist von nun an unser Startpunkt, wo wir jeden Lauf beginnen. Genauer gesagt, im Blutbecken, aus denen verschiedene Fähigkeitenbäume wachsen. Verlassen wir den Raum, begrüßt uns eine gigantische Kathedrale im hellsten, hoffnungsvollsten Licht, das ein dystopisches Horrorspiel uns geben kann. Forschen wir ein wenig in diesem Gebiet herum, hören wir von den anderen Kultisten die verschiedensten Meinungen und Erlebnisse, was draußen in der Außenwelt geschehen ist.

Der Kampf gegen den Wahnsinn

Nachdem wir uns in dem Turm umgesehen haben, bleibt uns leider nichts anderes übrig, als an die Oberfläche zu gehen. Anfangs schaut es noch ganz harmlos aus. Doch das ändert sich, sobald wir auf den ersten Gegner treffen. Dieser hat es nämlich in sich. Nicht von der Stärke oder der Gerissenheit her, sondern vom Aussehen und vom lernenden Charakter. Von unbeholfenen Klumpen, deren Tentakel hin und wieder zum Angriff ausholen, bis hin zu Jägern, die genau wissen, wohin ihre Beute sich als Nächstes bewegt. Denn „Source of Madness“ brüstet sich im oben genannten Infofenster, dass die Gegner hier von einer künstlichen Intelligenz angetrieben werden, die machine learning draufhaben soll.Source_of_Madness_Screenshot_1

So wird nicht nur jeder Lauf anders, sondern jedes Mal auch ein wenig schwerer. Wir werden schneller verletzt und uns wird angeraten, dass wir verschiedene Angriffsmuster benutzen. Diese Angriffsmuster können aber auch durch verschiedene Ringe zustande kommen. Diese Ringe, die wir im Laufe der Zeit finden, während wir durch die Lande ziehen, geben uns verschiedene Projektile. Als Kultisten sind wir natürlich sehr Magieaffin und bündeln unsere geistige Kraft mithilfe der Metalle und Formen des Schmuckstücks. Manchen wird es vermutlich bekannt sein, denn auch zum Beispiel Noita hat diese Art des Skillsets, bei dem die ausgerüstete Waffe den Ton angibt.

Immer härter

Die Gegner werden nicht nur schlauer, sondern auch größer und nehmen andere Formen an. Was jedoch allen eins ist, sind nach wie vor die Masse an Tentakeln. „So viele Tentakel“, erzählte uns einer der Kultisten. Doch das ist gut. Denn je größer das Biest ist, das wir niederringen, umso mehr Blut bekommen wir. Dies wird wiederum für den oben genannten Fähigkeitenbaum benötigt. Wir schalten allmählich zusätzliche Boni frei. Wie zum Beispiel eine Heilflasche, die wir pro Ebene bis zu dreimal benutzen können oder mehr Lebenspunkte für die Klasse der Generalisten. Weitere Klassen und Bäume sollen noch bis zum endgültigen Release implementiert werden, da sich das Spiel derzeit im Early-Access befindet.

Das Gesicht des Wahnsinns

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Dies ist der zweite Punkt, welcher im Infofenster angesprochen wird. Die Verschnörkelungen am Rande des Inventars, die Textur der Kathedrale bis hin zu den Bäumen im Hintergrund der Oberwelt. Alles wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert und eingefügt. Wie genau das Wissen eingespeist und die Parameter festgelegt wurden, ist schwer zu sagen, aber es sieht erschreckend passend aus. Passend im Sinne der Story. Auf einem Planeten, der von Wahnsinn heimgesucht wird, soll es uns auch irgendwie das Gefühl geben, dass etwas nicht stimmt. Die Kathedrale sieht wirklich aus, als wären kleine Figuren und Verzierungen in den Marmor an den Wänden und Böden eingehauen worden, aber irgendwas passt nicht ganz und wir kommen nicht drauf was.

Es ist einfach wunderbar und so herrlich stimmig zugleich. Einen kleinen Kontrapunkt gibt es hierbei allerdings. Es ist nicht immer ganz ersichtlich, was in den Hintergrund gehört und was die nächste Plattform ist, auf die wir springen können. Das kann durchaus zu Frustmomenten führen.

Erscheinungsdatum im Early-Access war der 22.09.2021. Das Spiel wird nach und nach erweitert und ist auf dem PC über Steam erhältlich.

Wertung
  • 86%
    Grafik - 86%
  • 95%
    Atmosphäre - 95%
  • 53%
    Spannung - 53%
  • 76%
    Steuerung - 76%
  • 95%
    Technik - 95%
81%

Fazit

Ein grandioses Rogue-like, das sehr schöne Anlehnungen an „Salt and Sanctuary“ und „Noita“ hat. Für diejenigen, die ein bisschen mehr Lovecraft und Tentakel in ihren Spielen haben möchten, ist „Source of Madness“ eine gute Wahl.

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