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Spirit City: Lofi Sessions: Produktivitäts-Spiel im Test6 min Lesezeit

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Das „Lo-Fi-Girl“ ist zurück und zeigt uns in Spirit City: Lofi Sessions ihr gesamtes Zimmer. Doch sind wir nicht allein mit ihr. Denn wir versuchen, mit Geduld ein paar Geister als Spiritograph anzulocken. Schafft es das Cozy-Game aus dem Hause Mooncube Games uns vollkommen in den tiefen Fokus zu ziehen, um unsere Ziele leichter zu erreichen? Dieser Test ist der digitale Beweis!

Buch, Wolle oder Laptop – Das Prinzip

Wir könnten tiefer in die philosophische Diskussion eintauchen und eine Abhandlung darüber schreiben, was ein Spiel ausmachen würde und ob Spirit City: Lofi Sessions eines wäre oder nicht. Dies würde aber dem Test selbst keine nennenswerte Substanz hinzufügen. Das Prinzip dieses Spiels ist recht simpel. Es soll helfen, unsere Produktivität und Konzentration zu steigern. Dies wird noch mit einer leichten Gamifizierung zu einem Spiel hingedreht.

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Im Charaktereditor gibt es zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten.

Wir sind ein Spiritograph und erforschen die verschiedenen kleinen Geister, die um uns herum schweben und sich vor uns verstecken. Wir können sie jedoch aus ihren Verstecken herauslocken, indem wir zu verschiedenen Tageszeiten diverse Aktivitäten bestreiten. Wollen wir den Geist des frühen Vogels, dem „Early Birb“ erhaschen, müssen wir im Erkerfenster in der Morgendämmerung lesen. Nach einer gewissen Zeit erscheint dieses kleine Tierchen von allein, wir müssen nur geduldig sein. Sitzen wir vor dem Kamin und beabsichtigen ihn einzuschalten, sollten wir aufpassen, dass wir keinen „Hedgelog“ anzünden, der sich darin verstecken kann.

Morgendliches Vogelzwitschern, das zarte Knistern des Kamins am Abend, sanftes Prasseln des Regens an der Scheibe. Dies sind nur drei der aktuell zwölf verschiedenen Klänge, die wir als Hintergrundrauschen einschalten können, um die Stille unseres Arbeitsplatzes zu brechen. Ist uns das weiterhin nicht genug, gibt es ein Radio, dessen Musik auf vier Alben passend dazu von „Homework Radio“ zur Verfügung gestellt wird. Dieses Radio besitzt auch einen integrierten Webbrowser für Youtube, doch ist dessen Funktionalität nur eingeschränkt.

Kleidung, Geistervarianten und Einrichtungen – Gamifizierung.

Weitere Funktionen beinhalten einen Pomodoro Timer. Dies ist eine Stoppuhr, bei der wir im Intervall arbeiten. Beispielsweise werden 30 Minuten fokussiert gearbeitet und dann fünf Minuten entspannt. Dies hilft, um bei anstrengenden Arbeiten immer wieder eine Pause zu forcieren, um nicht ganz auszubrennen. Es hilft eine Art Blindheit zu bekommen, kann aber auch aus dem Flow ziehen. In agilen Projekten wird gerne von dieser Zeitmanagementtechnik Gebrauch gemacht.

Da wir es auch nebenbei laufen lassen, haben wir noch die Möglichkeit eine To-Do-Liste zu erstellen, die neuerdings auch umgeordnet werden kann. Sowohl dies als auch ein Gewohnheitstracker und ein digitales Journal wurden von der Community vorgeschlagen und implementiert. Mooncube Games arbeiten sehr nahe an der Community und sind mit vollem Herz dabei. Lenny, die dreiäugige Katze und das Maskottchen des Spiels hat sogar drei Farbvarianten im Stil von Katzen aus der Community.

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Mit der Katze auf dem Bett chillen – mehr Cozy geht kaum.

Für jede Minute, die wir im Spiel verbringen und für jeden Geist, den wir entdecken, bekommen wir Erfahrungspunkte. Auch gibt es tägliche Aufgaben, die uns mit Punkten bescheren. Steigen wir ein Level auf, bekommen wir die Spielwährung „Spirit Credits“ und den Hinweis für den nächsten Spirit, den wir entdecken können.

Diese Ingame Währung bringt uns jedoch nur kosmetische Dinge wie einen neuen Schreibtisch, ein neues Bett oder neue Vorhänge. Die vier Hauptbereiche, Bett, Schreibtisch, Erkerfenster und Kamin, sind individuell gestaltbar. Bis zu einem gewissen Grad ähnelt kein Zimmer einem anderen.

Neue Inhalte für Spirit City: Lofi Sessions

Wir können unseren Charakter nach Herzenslust einkleiden und umfärben. Wir unterscheiden nicht zwischen männlich und weiblich für die Grundform des Körpers, sondern schieben einen Regler von sanduhrförmig bis cornett-förmig und einen weiteren für die Breite. Dies ist eine wundervolle Art, Diskriminierung zu verringern.

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Mit dezenten farblichen Details weiß Spirit City: Lofi Sessions zu überzeugen.

Leider hat Spirit City: Lofi Sessions noch die ein oder anderen kleineren Schnitzer, vorwiegend bei den Übersetzungen. Eine volle Übersicht anstelle des kleinen Fensters für die Töne, wäre auch praktischer. Vereinzelt werden Klicks nicht genommen. Aber dies ist jammern auf höchstem Niveau.

Die Developer arbeiten aber nach wie vor an weiteren Features und haben in ihren FAQs schon von gratis Erweiterungen und DLCs gesprochen. Bedauerlicherweise ist aus dem Satzbau nicht zu erschließen, ob alle DLCs gratis sein werden.

Wertung
  • 89%
    Grafik - 89%
  • 100%
    Atmosphäre - 100%
  • 96%
    (Ent)Spannung - 96%
  • 87%
    Steuerung - 87%
  • 73%
    Technik - 73%
89%

Fazit

Spirit City: Lofi Sessions zählt zu dem Teil der aufsteigenden Programme, die fokus- und produktivitätssteigernd sein können. Sei es nun mit dem integrierten Pomodoro Timer, digitaler To-do-Liste oder den bekannten Lo-Fi-Beats, wie wir es schon aus YouTube kennen.

Zwar wäre eine technische Überarbeitung für Spirit City: Lofi Sessions wünschenswert. Doch trotz dieses Mankos handelt es sich um ein wundervolles Spiel.

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