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TEST COVID-19 Isolation – Das einsame Überleben

Das nächste COVID-19 Spiel

Das Thema COVID-19 wird uns wohl noch eine ganze Weile begleiten. Immer mehr kleinere Entwickler springen auf den Zug auf und bringen entsprechende Spiele heraus. Wir haben uns COVID-19 Isolation angeschaut. Dabei ist es das Ziel, so viele Tage wie möglich in größtmöglicher Isolation gesund zu bleiben. Das Spiel präsentiert sich dabei als eine Art Point and Click-Adventure.

Zum Start des Spiels begrüßt uns ein recht spartanisches Menü. Zwischen mehreren Sprachen lässt sich hier auch Deutsch auswählen. Die Übersetzung ist recht ordentlich, weist jedoch hier und da ein paar Mängel auf. Nun kann es losgehen. Ohne Tutorial kann man sich gleich in der ersten Runde ausprobieren und das Spielprinzip lernen.

Alles gegen die Langeweile

Zu verstehen, wie das Spiel funktioniert, dauert eine Runde von wenigen Tagen. Danach weiß man, dass man immer für genügend Essensvorräte und Klopapier sorgen sollte. Dazu gibt es neben der Videospielkonsole noch ein paar Gegenstände, die sich online bestellen lassen. Diese sind gegen Geld erhältlich, welches man gelegentlich durch besondere Ereignisse erhält.

Denn die Tage nur mit der Konsole in Isolation zu verbringen ist – laut dem Spiel – nicht sonderlich zufriedenstellend. Die Auswahl der Gegenstände ist dabei eher irrelevant für das Spielgeschehen. So sind Hanteln, Fernsehzugang oder ein Baseballschläger kaufbar. Im Laufe des Spiels kann man auch Freunde dazugewinnen oder Haustiere bekommen.

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Im Endeffekt muss man also zum einen seine körperlichen Bedürfnisse stillen und zum anderen durch unterschiedliche Tätigkeiten alleine nicht durchdrehen. Das alles während eines ausgerufenen Lockdowns mit immer strenger werdenden Beschränkungen seitens der Kommune.

Simulation? Wohl eher nicht

So schnell der Spielgedanke erklärt ist, so schnell nimmt leider auch die Spannung ab. Sobald man nach ein paar Tagen erkrankt, ist das Spiel zu Ende. In einem neuen Versuch kann man versuchen mehr Tage am Stück gesund zu bleiben. Leider ist das Spiel nicht durch zufällige Ereignisse geprägt, sondern durch in jeder Runde wiederkehrende Ereignisse. Dem Namen Simulation wird COVID-19 Isolation durch die eingeschränkten Möglichkeiten und wenigen Variablen nicht gerecht.

Anfangs ist es noch spaßig, verschiedene Dinge im Spiel auszuprobieren. Sobald man die Auswirkung der jeweiligen Aktion kennt, ist es beim nächsten Mal nicht mehr spannend und sehr repetitiv. Zwar können häufig eigene Entscheidungen getroffen werden, es ist aber recht klar, wie diese das Spiel beeinflussen werden.

Das Spiel wirbt damit schwerwiegende moralische Entscheidungen abwägen zu müssen. Da man aber schlicht mehrere Tage überleben möchte, ist die Auswahl nicht schwer zu treffen. Erkrankt man nach ein paar Tagen, weiß man jedoch oft nicht, wieso eigentlich. Es ist eine Art Trial and Error-Prinzip.

Indiegefühl

Doch nicht alles an Covid-19 Isolation ist langweilig. Einige der Ideen sind innovativ und Indietypisch kreativ umgesetzt. Mit teils selbstironischem Humor und witzigen Texten hellt das Spiel manche Spielmomente auf. Das Spielmenü und die Steuerungsmöglichkeiten sind kreativ gelöst und wirken erfrischend sowie intuitiv.

Nachdem man die spaßigen Details ein Mal entdeckt hat und die Witze bereits kennt, wird das Spiel recht eintönig. Wirkliche Anreize bietet das Spiel kaum und eine besondere Bindung zum spielbaren Charakter wird auch nicht aufgebaut. Erfolgsmomente bleiben aus und stumpfes Durchklicken wird zur Dauertätigkeit.

Wertung
  • 60%
    Grafik - 60%
  • 65%
    Atmosphäre - 65%
  • 50%
    Spannung - 50%
  • 77%
    Steuerung - 77%
63%

Fazit

Ob eine „Simulation“, die den Überlebenskampf mit COVID-19 wie ein Spiel darstellt, während täglich Menschen daran sterben, muss jeder moralisch mit sich selbst ausmachen. Letztlich ist es beispielsweise bei Kriegsspielen nicht wirklich anders.

Die Idee von COVID-19 Isolation ist im Vergleich zu vielen anderen COVID-19 Spielen tatsächlich kreativ und etwas anderes. Leider hat man sich hier jedoch nicht genug mit Details beschäftigt, die das Spiel wirklich einzigartig machen würden. Für ein Indiespiel diesen Umfangs sind momentan ca. 10,- EUR deutlich zu viel und wirklich nur für absolute Indiefans geeignet. Mit etwas mehr Liebe zum Detail und mehr Möglichkeiten wäre das Spiel deutlich besser weggekommen.

 

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