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TEST Potata: Fairy Flower – Kein Kinderspiel

Euer Haustier, ein Fuchs, ist krank. Besorgt befragt ihr eure Mutter, wie ihr das geliebte Haustier wieder heilen könnt. Praktischerweise ist eure Mutter anscheinend eine Koryphäe in der Küche. So kämpft ihr euch auf der Suche nach den passenden Zutaten für eine Heilung durch eine gefährliche Welt voller Rätsel und Jump and Run-Leveln.

Potata ist eine Figur, die an Merida aus dem gleichnamigen Disneyfilm erinnert. Dazu ein an Rayman Jungle Run angelehntes Gameplay. Fertig ist ein Jump and Run-Sidescroller. Ob es sich nur um einen Abklatsch handelt oder etwas Eigenes geschaffen wurde, erfahrt ihr im folgenden Test.

Vom Spaziergang zum Albtraum

Das Spiel startet anfangs ziemlich einfach. Es ist ein Spaziergang durch eine wundersame Welt mit süßer Optik. Nebenbei sammelt man ein paar blaue Münzen ein und lernt die Hintergrundgeschichte allmählich kennen.

Ungefähr nach einem Drittel der Story ändert sich das Gameplay jedoch drastisch. Der Schwierigkeitsgrad zieht nach und nach deutlich an. Rätsel werden schwerer, Jump and Run-Passagen teilweise sehr knifflig, logisches und kreatives Denken sind gefordert. Dazu wird die Story zunehmend düsterer bis zu einem Ende, dass nur ein halbes Happy End bringt – ohne zu viel spoilern zu wollen.Potata_Fairy_Flower_Screenshot_1

Anfangs kann man seinen Schwierigkeitsgrad im Grunde selbst gestalten. Nicht alle Jump and Run-Passagen müssen absolviert werden um die Story voran zu treiben. Später sind allerdings nahezu alle Abschnitte wichtig für das Vorankommen. Oft geht es darum, Schlüssel zu sammeln, um wo anders Schlösser zu öffnen und so auch neue Abschnitte freizuschalten.

Wie bereits erwähnt ist das Potata: Fairy Flower bis auf den Anfang nicht gerade einfach. Schön ist allerdings, dass die meisten Savepoints fair gesetzt sind. Außerdem sind schwierigere Passagen übbar und so nach relativ kurzer Zeit zu bewältigen. Die relativ wenigen Rätsel haben es dafür umso mehr in sich. Diese sind nur geringfügig durch Übung zu meistern. Hier muss kreativ gedacht und manchmal auch einfach alles mögliche ausprobiert werden. Ein paar Endbosskämpfe gibt es auch. Diese sind recht kurz gehalten und zeichnen sich hauptsächlich durch geschickte Sprung- und Ausweichtaktiken aus.

Atmosphäre mit Liebe gemacht

Es fällt schnell auf, dass hier mit viel Liebe zum eigenen Spiel gearbeitet wurde. Die Figuren und Details sind toll gestaltet, alles ist stimmig und eine wundervolle Atmosphäre entsteht. Das Ganze wird mit einem sehr passenden Soundtrack abgerundet. Eine Mischung aus Rayman und Disneyfilm entsteht. Das Ganze womöglich inspiriert von kniffligen Levels à la Super Mario Maker. Aber doch ist Potata: Fairy Flower ein Spiel mit eigenem und einzigartigen Charakter.

Zerstört wird die Atmosphäre leider nicht selten durch Ruckler und FPS-Einbrüche. Gerade bei größeren Leveln stockt das Spiel spürbar. Teilweise werden dadurch knifflige Level noch schwieriger. Dies bringt deutliche Abzüge bei der Atmosphäre mit sich.Potata_Fairy_Flower_Screenshot_2

Weiterhin wird man gerade gegen Ende des Spiels etwas aus der Story rausgeschmissen. Durch sinnlose Laufpassagen von A nach B und zurück entstehen inhaltslose Pausen. Dazu sind, ebenfalls gegen Ende, die Aufgaben gar nicht klar und man muss viel und lange herumprobieren, was eigentlich die aktuelle Aufgabe ist. Sehr schade und der Story sowie Atmosphäre absolut nicht dienlich. Bei den Storydialogen hätte man sich ebenfalls einiges sparen können. Teilweise klickt man sich durch sinnlose, langweilige Texte. Diese sind dann weder witzig noch irgendwie relevant für das Weiterkommen. Da sich hin und wieder doch ein subtiler Hinweis in den Texten versteckt, muss man die Texte aber zumindest überfliegen.

Wertung
  • 82%
    Grafik - 82%
  • 70%
    Atmosphäre - 70%
  • 78%
    Spannung - 78%
  • 82%
    Steuerung - 82%
78%

Fazit

Potata: Fairy Flower wirkt auf den ersten Blick wie ein Spiel mit jüngerer Zielgruppe. Dem ist aufgrund des Schwierigkeitsgrads und der düsteren Story nicht unbedingt so. Nicht jeder wird das Spiel komplett ohne Tipps schaffen. Diese gibt es bisher jedoch kaum. Wer es sich also nicht zutraut schwierige Rätsel zu lösen sollte mit dem Kauf lieber warten bis es Lösungen gibt. Wer  schwere Jump and Run-Passagen nicht mag, sollte einen Bogen um das Spiel machen. Das Spiel ist also im doppelten Sinne kein Kinderspiel.

Ansonsten sehen wir hier ein Spiel in dem viel Liebe steckt. Es macht Spaß die Welt zu erkunden und fast schon süchtig eine Challenge nach der anderen abzuschließen. Ein abwechslungsreiches, kreatives Jump and Run mit eigenem Charakter. Die wenigen Schwächen wie FPS-Einbrüche, fehlende Tipps und teilweise langweilige Dialoge bringen spürbare Abzüge in der Wertung.

Hinweis: Der Test erfolgte auf der Playstation 4-Version des Spiels.

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