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Trash Sailors: Charmante Müllbeseitigung im Test8 min Lesezeit

Einsam und alleine auf den Weiten der Meere herumsegeln und entspannt einen Fisch nach dem anderen für das Mittagessen herausziehen. So einfach ist es leider nicht im neuen Spiel von tinyBuild. Sogar ganz im Gegenteil: Hier ist Stress und Aufregung angesagt! Alles zum Spiel erfahrt ihr in unserem Trash Sailors Test.

Lichtet den Anker! – Erster Eindruck von Trash Sailors

Gleich beim Starten des Spiels werden wir vom wunderschönen Artstyle handgezeichneter Assets begrüßt. Ähnlich wie bei Don’t Starve hat das ganze Spiel einen zweidimensionalen Charme. So einfach es auch klingen mag, es steht grafisch komplexeren Spielen in nichts nach. So sehen wir detailreich die Flicken unseres Floßes und dezente Schattierungen unserer Charaktere.

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In vermüllten Gewässern sind zwielichtige Haie nicht weit.

Das schöne Ländchen, in dem wir uns befinden, hatte bisher wenig Probleme mit Abfall und die Bewohner warfen es direkt ins Gewässer. Mutter Natur ließ nicht lange auf sich warten und bestraft die Einwohner mit einer mächtigen Welle, die vollgefüllt mit Bergen an Müll ist. Unsere Aufgabe ist es nun, die See zu reinigen, indem wir auf unserem Floß die Wellen durchqueren und unterwegs so viele Fernseher, Mixer, Müllsäcke und Co. wie möglich aufsammeln.

Doch was tun mit dem ganzen Schrott? Hierbei hilft uns glücklicherweise unser persönlicher Grinder. Dieser erklärt uns in der ersten Mission die gesamte Steuerung und worauf es zu achten gilt. Die Möbelstücke, die wir aus dem Wasser fischen, geben wir natürlich in den Grinder. Dieser belohnt uns dann mit Rohstoffwürfeln, die wir zur Reparatur unserer Nussschale, zum Tanken unseres Motors oder als Kanonenkugeln für unsere Bewaffnung benutzen können. Als Bonusaufgabe sehen wir im unteren Bereich drei kleine Bilder von Schrottstücken. Füttern wir unseren Bordhecksler mit genau den drei geforderten Gegenständen, so erhalten wir zusätzliche Materialien.

Schrottangeln und böse Spinnen – Gameplay

Die ersten paar Level sind noch recht entspannt. Doch bald setzt der Stress in Trash Sailors ein. Je weiter wir bei den insgesamt 20 Leveln schreiten, umso schwieriger wird es für uns, alles Mögliche zu managen. Auf der See lauern nämlich viele Gefahren, denen es auszuweichen gilt. Andere Schiffe, die auf ihren Wegen den unsrigen kreuzen, Bäume und halb versunkene Gebäude, in die wir möglichst nicht fahren sollten und Alligatoren, die an unserer Schwimmunterlage knabbern wollen.

Gekonntes manövrieren ist hierbei ein Muss. Allerdings bekämen wir dann keinen Treibstoff mehr für unseren Motor, da wir nichts mehr einsammeln würden. Auch können Kannibalen und Krabben unser Schiff entern und uns zusätzlich Stress machen, indem sie uns angreifen. Weiterhin kommt uns auch noch eine unruhige See entgegen und Wellen ziehen uns mit in die Tiefen, aus denen wir nach einer gewissen Zeit wieder zurück aufs Floß kommen.

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Das Charakterdesign ist einzigartig.

Dies alles kann schon einiges an Nerven kosten. Glücklicherweise wird uns ein kleiner Helfer zur Verfügung gestellt. Diesen kleinen Roboter können wir an die Front stellen, damit er uns mit Müll versorgen kann. Oder wir stellen ihn zum Ruder, was definitiv die bessere Variante ist. Die Steuerung des Floßes ist sehr eigenwillig und schnelles ausweichen ist nicht möglich. Sobald man selbst vom Ruder weggeht, richtet sich der Kurs wieder auf Gerade und eine Kollision ist vorprogrammiert. Es ist jedoch durchaus möglich, mit Sprüngen bei den seitlichen Rändern des Vehikels dieses leicht zum Driften zu bringen. Verlassen sollte man sich aber nicht darauf.

Rettungsring oder doch die Kanonenkugel? – Kniffe in Trash Sailors

Der Schwierigkeitsgrad wird von Level zu Level zunehmend schwerer. Die einzelnen Missionen werden länger und die Gefahren häufen sich. Das Wetter spielt einem gerne einen Streich und nicht nur die Wellen stören unser Spielgefühl. Hin und wieder, wenn die Wolken dicht am Himmel hängen oder wir durch einen engen Dschungel manövrieren, wird es finster. Dunkelheit zieht leider auch Bösewichte an. Einerseits Spinnen, die uns vom Floß entführen, andererseits auch Übeltäter, die uns direkt schaden möchten.

Wir durchstreifen die verschiedensten Gebiete und jedes einzelne von ihnen hat seinen eigenen Reiz. So muss man in den arktischen Gebieten Walrosse vom Boot schubsen, da ihr Gewicht es zu stark auf eine Seite zieht oder man hat mit starkem maritimem Verkehr in der Stadtregion zu kämpfen.

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Auch Krokodile können zur Gefahr in tropischen Gewässern werden.

Durch das Abschließen von Missionen und dem richtigen Füttern unseres Grinders bekommen wir auch goldene Schrauben. Diese dienen als Währung für Upgrades unseres Floßes. Mit verbesserten Kanonen lässt sich Schrott sparen oder den Stress der Dunkelheit mit neuen Glühbirnen reduzieren. Sollte einem das Floß nicht gefallen, kann man auch einen schönen Teppich kaufen, der jedoch keinen spielerischen Nutzen bringt.

Steuerungstechnisch ist Trash Sailors auch noch ein wenig ausbaufähig. Hier ist definitiv Geschick gefragt. Die Taste für das Benutzen von Kanonen, Klettern des Mastes oder Aufnehmen von fallengelassenem Schrott ist ein und dieselbe und oft ist es schon passiert, dass man schnell agieren musste und nicht konnte, da einem so schnell die Hände gebunden sind.

Glücklicherweise gibt es im Menü einige Punkte, die das ganze Spiel erleichtern. So kann ein Häkchen gesetzt werden, um zum Beispiel ein unzerstörbares Floß oder unsterbliche Charaktere zu erlangen. Diese Möglichkeiten setzen den Frustfaktor um einiges nach unten, damit wir ein wenig entspannter bis zum letzten Level vorpreschen können und die Welt vom Unrat befreien.

Eine Crew braucht das Schiff – Multiplayer

Ausgelegt ist das Schiff für bis zu vier Personen, die man entweder direkt bei sich zu Hause einladen oder online finden kann. Je mehr Spieler dabei sind, umso lustiger wird es auch, da sich die Aufgaben besser aufteilen lassen. Rob – unser Roboter aus der Kampagne – fällt leider weg, doch menschliche Spieler sind ja doch etwas feinfühliger bei einem Spiel als künstliche Intelligenz. Über den Discordserver lässt sich eine Crew rekrutieren, mit der man gemeinsam die Onlinelevel bestreiten kann.

Wertung
  • 95%
    Grafik - 95%
  • 63%
    Atmosphäre - 63%
  • 91%
    Spannung - 91%
  • 54%
    Steuerung - 54%
  • 72%
    Technik - 72%
75%

Fazit

Ein grandioses und zugleich stressiges Co-Op Spiel für bis zu vier Freunde, die gerne gemeinsam in See stechen wollen.

Je mehr dabei sind, umso spaßiger wird das ganze. Alleine ist der Schwierigkeitsgrad hoch, lässt sich aber ganz einfach in den Optionen herunterschrauben. Erschienen ist Trash Sailors auf dem PC sowie der Nintendo Switch, PlayStation 4 und Xbox One.

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