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Firegirl: Hack ‘n Splash Rescue: Ein Indie mit Tücken6 min Lesezeit

Was haben Feuermonster, ein korrupter Bürgermeister und das FBI gemeinsam? Im neuen Spiel von Thunderful Publishing gehen wir allen Drei auf den Grund, indem wir in die Rolle des Firegirls schlüpfen. So dringen wir mit einer starken Wasserkanone bewaffnet in brennende Häuser ein, um Tiere sowie Menschen vor dem sicheren Tod retten. Unser Test zu Firegirl: Hack ‘n Splash Rescue.

Training mit der Feueraxt – Erste Eindrücke

Im richtigen Alter ziehen wir die Uniform unseres verschwundenen Vaters an und schlüpfen nicht nur metaphorisch in dessen Fußstapfen. Vor dem brennenden Feuerwehrhaus wartet leicht panisch der Kapitän der Feuerwache und ersucht uns Maria, die Installateurin zu retten. Bewaffnet mit unserer Art des „Dreckweg 08/17“ aus Mario Sunshine stürzen wir uns in das heiße Tutorial.FireGirl-Screenshot-1

Über Funk sind wir mit dem Kapitän verbunden, welcher uns hilfreiche Tipps bezüglich des Feuerbekämpfens und der Steuerung gibt. Schnell wird uns klar, dass dies kein normaler Brand ist, sondern eine Invasion von Feuermonstern in verschiedensten Formen ist. Durch das Löschen eben jener erhalten wir Bonuszeit und verzögern so das komplette Abbrennen des Gebäudes. Anfänglich ist für jede Löschaktion ein Timer für drei Minuten eingestellt.

Doch werden uns Steine – oder besser gesagt Balken – in den Weg gelegt, die wir mit unserer getreuen und schweren Feueraxt wegschlagen können. Nicht nur verkohlte Reste, sondern auch geschlossene Türen können so einfach geöffnet werden. Da die meisten Treppen und Stiegen größtenteils schon dem Feuer zum Opfer gefallen sind, benötigen wir eine andere Weise, wie wir schnell in die oberen Stockwerke gelangen. Hierbei hilft uns unsere Wasserpumpe. Mit einem Sprung und einem gut getimten Wasserschwall aus der Düse schweben wir fast in die nächste Etage. So erreichen wir zum Schluss Maria und versuchen aus dem brennenden Haus zu flüchten.

Nicht nur die Überlebenden freuen sich – Gameplay

Würde man Firegirl mit Genres beschreiben wollen, würde es in den Kategorien „Jump and Run“ und „Rogue-Like“ fallen. Wie oben bereits beschrieben, bestehen die Missionen aus angezündeten Häusern und Plattformen. Leider ist das Feuerwehrhaus das einzige dieser Art, die restlichen Häuser wurden anscheinend vom selben Innenarchitekten ausgestattet, gebaut jedoch von M.C. Escher.FireGirl-Screenshot-2

Jeder Löscheinsatz ist in einem neuen Gebäudekomplex, der sich nicht an die euklidischen Regeln hält. So gehen wir ebenerdig hinein, fallen zwei Stockwerke in den Keller und kommen dann beim Dachboden wieder heraus. Dank den zufallsgenerierten Levels kann dies schonmal der Fall sein und ist nur ein kleiner Kontinuitätsfehler, der nicht wirklich ins Gewicht fällt, da unsere Wege zurück meist vom Feuer versperrt sind.

Mit jeder beendeten Mission erhalten wir von der Stadt einen kleinen Zuschuss für das Feuerwehrhaus. Auch erhalten wir zunehmend Ansehen bei der Bevölkerung und Fans schicken uns anonyme Spenden. Dieses Kapital können wir dann investieren, um zum Beispiel unsere Wasserschleuder aufzubessern und mehr Wasser mitführen oder unsere Krankenhauskosten zu senken. Hier kommt die „Rogue-Like“-Kategorie zum Tragen.

Bei unseren Missionen retten wir nicht nur Zivilisten, sondern auch nützliche Freiwillige, die wir einstellen können. Bis zu sechs Menschen und ein Hund schließen sich uns zur Unterstützung an. Maria verbessert uns gegen einen Obolus die Wasserdüse, eine ehemalige Taxifahrerin kennt Abkürzungen durch die Stadt und bringt uns schneller zum Einsatzort, was uns mehr Zeit für den Timer verschafft. Jede Mission wird dadurch ein wenig leichter, aber auch die Herausforderungen werden größer. Mehr Menschen, die wir retten müssen und gemeinere Gegner, die auf uns lauern.

Daran verbrennt sich Firegirl die Finger

Man merkt sofort, dass das Spiel grundsätzlich für die Konsole geplant wäre. Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist ein Horror. Ohne zu wissen, wo man gerade hinzielt, da es für die Maus kein Fadenkreuz gibt, erhöht den Schwierigkeitslevel ungemein. Präzises Anvisieren und schnelles Reagieren, wie bei einem Metal Slug ist dadurch nicht möglich.FireGirl-Screenshot-3

Auch ist es ein wenig befremdlich, sollte man die Rettungsmission nicht erfolgreich abschließen, bekommt man dennoch Geld und Fans dazu, obwohl man ein paar Menschen im brennenden Inferno zurückgelassen hat.

Der Zeitbonus, den man für das Auslöschen der Feuerteufel erhält, beträgt lediglich eine Sekunde. Wir haben einen wesentlich höheren Zeitaufwand und es zahlt sich absolut nicht aus, Feuer zu löschen. Mehr Fans bekommen wir dadurch auch nicht. Die Frage steht im Raum, ob dies noch behoben wird.

Ein letzter Punkt betrifft das Menü. Mit Maus und Tastatur kann es schonmal passieren, dass die Hervorhebung der Menüpunkte einfach so verschwindet. Im Soft-Lock hilft da nur noch Alt+F4, da wir nichts mehr auswählen oder gar schließen können. Dies kann bei jedem Menü passieren, auch beim Pausenmenü. Mit einem Controller kann dieser Fehler nicht reproduziert werden.

Wertung
  • 89%
    Grafik - 89%
  • 60%
    Atmosphäre - 60%
  • 75%
    Spannung - 75%
  • 54%
    Steuerung - 54%
  • 62%
    Technik - 62%
68%

Fazit

Als kleines Spiel ist Firegirl ideal für zwischendurch und geeignet für jene, die einem herausfordernden Jump-’n-Run nicht abgeneigt sind.

Momentan ist es schon auf Steam für den PC erhältlich, für Konsolen verschiebt sich der Release jedoch auf das Jahr 2022. Und auf diesen dürfte das Spiel gefühlt besser zu spielen sein.

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