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Evil Genius 2: Der Ganoven-Wahnsinn im Test4 min read

Der zweite Teil der Schurkensimulation Evil Genius 2 ist auf dem PC erhältlich. Wir haben uns den Nachfolger des 2004 erschienen Spiels in unserem Test genau angeschaut. Warum das Spiel von Entwickler Rebellion trotz Schwächen ein absolutes Muss für Aufbaufans ist, erfahrt ihr im Test.

Auf vielen Wegen zur Weltherrschaft

In unserer Vorschau zu Evil Genius 2 konnten wir das Spiel lediglich in begrenztem Umfang spielen. Jetzt sind alle Inhalte frei verfügbar. Damit bietet sich ein riesiges Arsenal an Möglichkeiten. Dazu gehören vier verschiedene Kampagnen. Denn jeder der vier Bösewichte hat einen eigenen Storyverlauf. Mit dabei sind drei verschiedene Maps. Es handelt sich dabei immer um eine Insel. Auf abgelegenen paradiesischen Inseln errichten und lenken wir unser Imperium. Dabei hat jede von ihnen andere Vorzüge und Hindernisse, die es zu bedenken gibt. Der Wiederspielwert ist hier definitiv gegeben. Evil_Genius_2_Screenshot_3

Der Unterschlupf lässt der Kreativität freien Lauf. Wir können auf verschiedene Weise die Insel bebauen und sogar mit mehreren Etagen arbeiten. Dabei können bestimmte Bauweisen Vorteile mit sich bringen – zum Beispiel, wenn wir von einem feindlichen Spion infiltriert werden. Mit einer Vielzahl von Räumen, Einheiten, Fallen und mehr können wir eine perfekte Basis errichten. Mit der Zeit wächst nicht nur unsere Macht, sondern auch die Basis. Kurz zusammengefasst: Mehr Geld bringt zusätzliche Räume, diese bringen mehr Schergen und diese wiederum können noch mehr dunkle Machenschaften für uns umsetzen – was wiederum weiteres Geld einbringt. So wächst unser Imperium in recht großen Schritten immer weiter. Durch den wählbaren Schwierigkeitsgrad ist auch für jeden Spielertypen etwas dabei.

Die Eroberung der Welt findet mit einer Menge Humor statt. Jeder Bösewicht hat seine ganz eigenen, seltsamen Charakterzüge, die die Story mit Witz begleiten. Zwar haben wir, wie bereits erwähnt, diverse Möglichkeiten und Strategieoptionen. Allerdings ist das Spiel auch für weniger geübte Spieler geeignet. Kleinere Fehler lassen sich schnell wieder ausbügeln und je nach Schwierigkeitsgrad gerät unsere Basis nicht zu sehr in Gefahr. Wenn wir eine taktische Herausforderung suchen, werden wir diese mit Evil Genius 2 aber definitiv finden.

Weltherrschaft Lite

Bereits in unserer Vorschau bemängelten wir die geringen Möglichkeiten, um in der Welt Einfluss zu generieren. Das hat sich in der Vollversion leider nicht geändert. Neben ein paar Missionen, zu denen wir Schergen entsenden können, gibt es in der Welt nichts zu entdecken. Und selbst die begrenzten Schergenmissionen können wir grafisch nicht verfolgen. Hier erfahren wir den Ausgang nur auf Textbasis. Weiterhin steht sich das Spiel nach wie vor mit manch einem Regelwerken selbst im Weg und macht das Spielen umständlicher als nötig.Evil_Genius_2_Screenshot_4

Auch wenn jeder Charakter seine eigene Geschichte mitbringt und sie sich in Ihrer Art unterscheiden: Die Spielmechanik ändert sich kaum. Hier hätten wir uns noch mehr Abwechslung bei den verschiedenen Schurken gewünscht. Unsere Schergen sind ja schließlich auch alle anders und bringen diverse Spezialfähigkeiten mit. Warum also die Schurken fast gar nicht?

Unsere Schergen erledigen ihre Aufgaben meist gewissenhaft und ordentlich. Manchmal sind sie aber, obwohl wir für ihr bestes Wohl sorgen, nicht ganz so motiviert. Dann pausiert auch Mal die Forschung, weil gerade keiner der Forscher Lust hat, weiter zu forschen. Darauf haben wir kaum Einfluss und können keine Schergen direkt ansteuern. Das stört den Spielfluss.

Bis an die Spitze der Macht

Eine ordentliche Basis können wir in kürzester Zeit errichten. Dann ist die Runde jedoch noch lange nicht vorbei. Mit einer Vielzahl an Schergen, die alle spezielle Fähigkeiten mitbringen, können wir immer neue Dinge tun, um unsere Macht zu erweitern. Nach und nach eröffnen sich uns also immer weitere Möglichkeiten.

Dadurch kann eine Runde durchaus hohe Spielzeiten aufweisen und gigantische Imperien entstehen lassen. Durch das Speicherfeature muss man die vielen Stunden einer Runde natürlich nicht am Stück verbringen. Dank der vielen Möglichkeiten im Spiel verlieren wir zwar manchmal den Faden, nach einer Zeit bringt einen das Spiel durch storyrelevante Vorkommnisse jedoch wieder auf Kurs.

Die Steuerung sowie die Bauelemente im Spiel sind meist präzise und übersichtlich. Für gewisse Aktionen wären Shortcuts wünschenswert. Ohne diese vergehen bei manchen Aktionen leider einige Klicks, bis wir bestimmte Kleinigkeiten ausführen können. Gerade bei häufiger genutzten Dingen, wie der Forschung oder dem Weltherrschaftsmodus, wären Shortcuts wirklich praktisch gewesen.

Wertung
  • 80%
    Grafik - 80%
  • 87%
    Atmosphäre - 87%
  • 85%
    Spannung - 85%
  • 75%
    Steuerung - 75%
  • 88%
    Technik - 88%
83%

Fazit

In der Vorschau vergaben wir eine Wertung von 83. Bei dieser bleiben wir auch. Seit der Vorschauversion vor etwa zwei Monaten hat sich nicht viel geändert.

Wir finden mit Evil Genius 2 eine spannende und lustige Weltherrschaftssimulation vor. Die verschiedenen Charaktere und Maps verleihen dem Spiel seinen Wiederspielwert. Auch wenn wir uns etwas mehr Einzigartigkeit bei den Bösewichten wünschen, ist es dennoch ein soildes Schurkenspiel.

Der Weltherrschaftsmodus ist nach wie vor etwas langweilig. Dafür ist das errichten und gestalten der Unterschlüpfe umso spaßiger. In langen Runden können wir mit vielen eigenen Entscheidungen eine Prachtbasis errichten. Es gibt immer wieder Neues herauszufinden und freizuschalten. Für Fans des ersten Teils und von Aufbauspielen ein absolutes Muss.

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